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Wie Du die Impulskontrolle bei Deinem Hund verbesserst

by Alexandra
Impulskontrolle Hund trainieren

Zum Thema Impulskontrolle erfährst Du hier:

  • was Impulskontrolle überhaupt ist
  • was Dich im Training an der Impulskontrolle wirklich voranbringt
  • warum die „typischen“ Impulskontrollübungen eigentlich für die Katz sind

Was ist Impulskontrolle überhaupt?

Impulskontrolle ist die Fähigkeit, Impulsen aus der Umwelt zu widerstehen. Es taucht ein Reiz auf, vermutlich etwas, was stresst, aber Dein Hund kann sich beherrschen. Er kann dieser eigentlichen Motivation: „Ich möchte da jetzt hinterher flitzen… Ich möchte den Menschen jetzt anspringen… Ich muss den diesen Hund jetzt angreifen…“ widerstehen.

Impulskontrolle bei unseren Hunden ist, wie auch bei uns Menschen, eine Funktion des Gehirns und sie kostet Energie. Diese Energie und somit auch die verfügbare Impulskontrolle ist daher nicht unendlich. Irgendwann, vielleicht im Laufe des Tages, ist sie aufgebraucht, bevor sie wieder aufgeladen werden kann. Sie ist wie ein Akku, dessen Energie nach und nach verbraucht wird. Wenn die Impulskontrolle alle ist, kann Dein Hund sich nicht mehr so leicht oder vielleicht gar nicht mehr beherrschen. Vielleicht reicht dann die kleine Fliege an der Wand, um ihn zu triggern.

Impulskontrolle muss kontextspezifisch gelernt werden

Bei diesen typischen Übungen, wo der Hund nicht an den Keks gehen darf, lernt der Hund nicht, dass er beim Hasen genauso gut warten oder anderen Reizen widerstehen kann. Möchtest Du, dass Dein Hund sich bei einem Hasen zurücknehmen kann, musst Du mit ihm gezielt Impulskontrolle am Hasen üben. Du musst Impulskontrolle immer mit den Reizen üben, wo Du sie bei Deinem Hund haben möchtest. Vielleicht sind Hundebegegnungen Euer Thema? Klasse, dann musst Du Impulskontrolle in Hundebegegnungssituationen trainieren, mit der Distanz, die für deinen Hund noch passt.

Impulskontrolle bewusst einteilen

Wenn es Deinem Hund mit der Impulskontrolle schwerfällt, dann lass diese Keksübungen und ähnliches weg, denn sie kosten Deinen Hund unnötig Impulskontrolle, die er vielleicht in anderen und wichtigeren Situationen viel dringender benötigt. Lass unnötige Wartezeiten weg, wo es nicht wirklich nötig ist. Mach Dir Gedanken dazu, welche Situationen Du einfach etwas anders gestalten kannst, damit es Deinem Hund nicht so schwerfällt, wenn er mal warten muss, um einfach Impulskontrolle einzusparen, damit sie vielleicht eine halbe Stunde später bei den Hundebegegnungen noch vorhanden ist.

Beispiele zum Impulskontrolle einsparen:

  • Warten drinnen an der Haustür: einfach paar Kekse streuen, während Du schon mal rausschaust
  • Aussteigen aus dem Kofferraum: immer vorher im Auto nochmal Keks geben
  • Unnötiges Warten vor dem Futternapf weglassen
  • Reizangeltraining ohne warten zu müssen
  • Rituale schaffen
  • erwünschtes Verhalten verstärken
  • keine Signale „durchsetzen“, wenn Dein Hund sie gerade nicht ausführen kann
  • Hund nicht in Situationen bringen, die er noch nicht schaffen kann

Wenn die Impulskontrolle verbraucht ist, dann wirkt sich das natürlich auch auf mögliches Aggressionsverhalten oder die Reizbarkeit unserer Hunde aus. Sie ticken schneller aus, weil sie sich einfach nicht mehr beherrschen können. Vielleicht kennst Du das, dass zum Beispiel 5 Hundebegegnungen super geklappt haben und bei der sechsten ging dann gar nichts mehr und es ist eskaliert. Vielleicht war die Impulskontrolle dann einfach für diesen Moment aufgebraucht und das Gehirn des Hundes hatte keine andere Wahl mehr.

Was schadet außerdem der Impulskontrolle?

  • Hunger
  • Schlafmangel
  • Schmerzen,
  • Krankheiten
  • Training über Strafen, Druck und Zwang

Was tut der Impulskontrolle gut?

  • Erholungsphasen, Schlaf und Ruhe
  • hochwertiges Futter: Energie fürs Gehirn
  • Bedürfnisbefriedigung
  • Rituale
  • Das Lernen von Alternativen und Bewältigungsstrategien

Impulskontrolle trainieren

Du kannst nicht trainieren, dass Dein Hund mehr Impulskontrolle bekommt, da diese von oben erwähnten Dingen abhängig ist. Aber Du kannst sehr wohl trainieren, dass Dein Hund in bestimmten Situationen einfach wesentlich weniger Impulskontrolle verbraucht, indem ihm die Situationen nach und nach einfach extrem leichter fallen,

Schau Dir für alle Details am besten mein Impulskontrolle Video an:

Gutes Training zur Stärkung der Selbstkontrolle legt seinen Fokus immer auf erwünschtes Verhalten. Bevor Du ein unerwünschtes Verhalten hast, hast Du immer, auch wenn es nur ganz kurz ist, ein gutes Verhalten, ein erwünschtes Verhalten, bei dem Du Deinem Hund sagen kannst: „Boah, bist du gerade klasse, das ist cool, was du da machst!“ Genau dieses Verhalten musst Du verstärken. Du musst es belohnen, damit Dein Hund lernen kann, was richtig ist.

Es ergibt keinen Sinn, Deinem Hund mitzuteilen, wenn er etwas falsch macht, weil er dann immer noch nicht weiß, was richtig gewesen wäre. Ganz wichtig ist, dass wir unerwünschtes Verhalten so gut wie möglich durch Management verhindern, weil Hunde natürlich immer lernen, auch unerwünschtes Verhalten. Unerwünschtes Verhalten wollen wir möglichst schnell unterbrechen, wenn es dann doch mal dazu kommt, und das bitte ohne zu drohen oder zu ängstigen. Dafür können wir wunderbare Signale aufbauen, wie zum Beispiel ein ► Entspannungssignal oder ein gutes ► Aufmerksamkeitssignal. Wir wollen natürlich auch den Erregungslevel senken im Training, denn häufig ist ein zu hoher Erregungslevel mitverantwortlich für unerwünschte Verhaltensweisen und mangelnde Impulskontrolle.

Häufige Fehler beim Training an der Impulskontrolle

  • Impulskontrolle wird schlecht eingeteilt
  • Impulskontrolle wird verplempert
  • Impulskontrolle wird nicht kontextspezifisch trainiert.
  • falsch gewählte Belohnungen/Verstärker im Training
  • Ursachen für unerwünschtes Verhalten werden außer Acht gelassen
  • Impulskontrolle wird mit Druck oder Strafen erzwungen

Beim Training an der Impulskontrolle geht es nicht darum, Signale durchzusetzen, dem Hund etwas zu verbieten oder ihn körpersprachlich oder durch andere Strafen von außen zu hemmen.

Wenn ich strafe, wenn ich erschrecke, wenn ich Dinge erzwinge, sorgt dies nicht dafür, dass der Hund entspannter mit diesen Situationen umgehen kann und sie ihn weniger Impulskontrolle kosten. Ich hemme dann unerwünschtes Verhalten lediglich durch Angst, es entsteht dadurch Meideverhalten. Wir müssen unseren Hunden aber immer gute Lösungsstrategien an die Hand geben – ohne sie zu ängstigen!

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