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7 Mythen & Missverständnisse der Körpersprache und Verhaltensweisen

Gerade in Sachen Körpersprache und Verhalten unserer Hunde gibt es zahlreiche Mythen und Missverständnisse, die sich leider auch heutzutage noch ganz hartnäckig halten. Das ist sehr schade, denn wir tun unseren Hunden damit keinen Gefallen, urteilen vorschnell und vor allem falsch.

Mit der Rute wedeln bedeutet Freude

Das mag mit Sicherheit manchmal so sein, ist aber nicht immer so. Wenn Hunde mit der Rute wedeln, ist das erstmal ein Anzeichen von Erregung, sie sind aufgeregt. Diese Erregung kann positiv sein, weil Dein Hund sich zum Beispiel über Dein Nachhausekommen freut, aber sie kann auch negativ sein, zum Beispiel, wenn Dein Hund einen Artgenossen vertreiben möchte.

Um genauer erkennen zu können, warum Dein Hund nun mit seiner Rute wedelt, musst Du unter anderem die Weite und Geschwindigkeit des Wedelns, die Höhe von Rute und Rutenansatz und ob es eher weiche oder vielleicht steife Bewegungen sowie Veränderungen von alledem beobachten.

Außerdem musst Du, um Dir ein bestmögliches Bild zu verschaffen, die gesamte Körpersprache Deines Hundes sowie die jeweilige Situation so genau wie möglich anschauen.

https://fiffiswelt.de/beschreiben-rute/
Hunde dürfen nicht knurren
https://fiffiswelt.de/knurren-hund/

Knurren ist Kommunikation. Dein Hund teilt damit mit, dass er sich zum Beispiel gerade bedroht fühlt, ihm etwas unangenehm ist oder dass er überfordert ist. Knurren ist also nichts Schlimmes! Dein Hund benutzt das Knurren, um zu kommunizieren: „Ich habe Angst… Lass das… Hör auf… Komm mir nicht zu nah…!“ Auch Dein Hund darf sagen, was ihm nicht passt!

Dein Hund knurrt also ausschließlich in Situationen, in denen er sich nicht wohl oder sogar bedroht fühlt. Bestrafe niemals ein Knurren, es ist Kommunikation. Sorge dafür, dass Dein Hund sich nicht mehr bedroht fühlt, dann wird auch das Knurren aufhören.

Aufreiten bedeutet, dass der Hund dominant ist

Nein, wenn Hunde aufreiten hat es nichts mit Dominanz zu tun, die Ursachen für das Aufreiten, auch Rammeln genannt, sind ganz andere.

Mögliche Ursachen für das Aufreiten/Rammeln bei Hunden:

  • normales hündisches Verhalten (siehe Video)
  • Fortpflanzung
  • eventuell mal mit spielerischer Absicht (viele Verhaltensweisen werden ohne Ernstbezug im Spiel gezeigt)
  • Übersprungsverhalten, Überforderung, Aufregung, Stress
  • Bewegungseinschränkung
https://fiffiswelt.de/aufreiten-warum-hunde-rammeln/
Ein Kamm/Bürste auf dem Rücken deutet auf Aggression oder Dominanz hin
https://fiffiswelt.de/piloerektion-hund/

Ja, der Hund wirkt größer durch die sogenannte Piloerrektion auf dem Rücken, aber bewusst steuern kann er diese nicht.

Leider wird heute noch häufig angenommen, dass das Aufstellen der Rückenhaare ein Anzeichen von Aggression oder Dominanz ist. Dem ist natürlich nicht so. Auch die Aussage, dass das Aufstellen der Haare an bestimmten Stellen gezielt auf Angst, Unsicherheit oder Aggression hindeutet, ist bis heute in keinster Weise bestätigt worden.

Wenn Du eine Bürste/Kamm bei Deinem Hund wahrnehmen kannst, schau am besten, ob Du weitere Signale sehen kannst, die auf Stress oder einen Konflikt hindeuten. Checke, ob Du Deinen Hund eventuell unterstützen musst oder ob sich die Situation vielleicht von allein wieder in Luft auslösen kann.

Die Vorderkörpertiefstellung ist eine Spielaufforderung

Du kannst eine Vorderkörpertiefstellung als Spielaufforderung, als Konfliktverhalten oder auch bei einer Lauerstellung sehen.

Körpersprachlichen Signale einer Spielaufforderung:

  • abgesenkter Vorderkörper
  • Vorderbeine sind einladend auseinandergespreizt
  • Ellenbogen berühren eventuell den Boden
  • gebogener/kurviger Rücken
  • Kopf und/oder Blick vom Artgenossen abgewandt
  • Rutenansatz manchmal auf, meist unter der Rückenlinie
  • Rute mit lockeren Bewegungen
  • Ohren nach hinten gerichtet
  • Maulspalte lang nach hinten gezogen
  • Maul geöffnet
  • lockere Zunge
  • weiche, nach hinten gerichtete Mimik

https://fiffiswelt.de/vorderkorpertiefstellung-hund/

Erwachsene Hunde beißen keine Welpen, die haben Welpenschutz

Ganz wichtig ist erstmal, dass es keinen Welpenschutz gibt. Den gibt es lediglich im eigenen Rudel, also unter tatsächlich verwandten Tieren im eigenen Familienverband. Wenn wir nicht verwandte Tiere zu Hause halten oder draußen fremde Hunde treffen, gibt es dort keinerlei Welpenschutz.

Daher gilt für das Zusammentreffen zwischen Welpen und anderen Hunden genau das Gleiche, wie für alle anderen Hundebegegnungssituationen:
Deuten die körpersprachlichen Signale aller beteiligten Hunde auf eine gewünschte freundliche Interaktion hin und passt der Erregungslevel der Hunde dazu? Wenn schon die Annäherung mit einem hohen Erregungslevel einhergeht, wird die Interaktion vermutlich nicht weniger angespannt ausfallen, was immer die Gefahr mit sich bringt, dass Verhalten schnell in Übersprungs- oder auch Aggressionsverhalten kippen kann.

Gerade das zwar süße, aber häufig aufdringliche Verhalten von Welpen, ist für das Gegenüber nicht selten sehr nervig. Viele Hunde mögen das nicht und müssen dann, weil wir Menschen es nicht merken, in ihrer Kommunikation etwas deutlicher werden. Das ist etwas, was wir doch allen beteiligten Hunden ersparen sollten.

„Mein Hund will mich beschützen!“

Ach ja, dann hätten wir vermutlich massig viele Hunde mit extremen Beschützerinstinkten, auch dem ist natürlich nicht so.

Ganz häufig gehen wir Menschen davon aus, dass unsere Hunde uns beschützen wollen, wenn sie sich kläffend in die Leine schmeißen, vielleicht knurren oder bellen, wenn uns fremde Menschen oder andere Hunde entgegenkommen. In der Regel möchten solche Hunde sich selbst beschützen, sind gestresst, benötigen mehr Abstand sowie die Hilfe ihrer Menschen und wissen mit solchen Situationen einfach noch nicht anders umzugehen. Manchmal sind Dinge, die wir bei uns haben (z.B. Futter oder Spielzeug) aber auch eine wichtige Ressource für den Hund und diese möchte er dann eventuell verteidigen.

Wir dürfen unseren Hunden und ihrem Verhalten nicht einfach einen Stempel aufdrücken, weil wir vermuten, den Grund dafür zu kennen. Wir müssen schon so genau wie möglich analysieren, was die Ursache für das Verhalten sein könnte.

Weitere Mythen und Missverständnisse folgen…

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