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Podcast #2: Die Bedürfnispyramide Deines Hundes

by Alexandra
Bedürfnispyramide Deines Hundes

Die Bedürfnisse Deines Hundes lassen sich in verschiedenen Stufen in die sogenannte Bedürfnispyramide einteilen.

In dieser Podcastfolge erfährst Du einiges über:

  • Grundbedürfnisse
  • Emotionale Bedürfnisse
  • Soziale Bedürfnisse
  • Wertschätzung
  • und Selbstverwirklichung




Weitere Möglichkeiten:




Kennst du eigentlich die Bedürfnispyramide deines Hundes?

Diese erklärt auf einfache Art und Weise die Bedürfnisse und Motivationen deines Hundes. Du kannst dir darunter tatsächlich eine Pyramide vorstellen.

Die sogenannte Maslowsche Bedürfnishierarchie, welche als Pyramide dargestellt wird, zeigt recht vereinfacht die Bedürfnisse und Motivationen von uns Menschen. Eine Pyramide, die sich nach oben hin mit verschiedenen Bedürfnissen zuspitzt. So eine Pyramide gibt es auch für unsere Hunde und dabei ähneln die Bedürfnisse unserer Hunde tatsächlich viel mehr denen der Menschen, als du vielleicht bisher angenommen hast.

Den wichtigsten und tatsächlich auch größten Teil dieser Pyramide machen die Grundbedürfnisse aus.

Viele von diesen Dingen, die dort enthalten sind, sind tatsächlich für das Überleben notwendig. Da steht natürlich mit an der wichtigsten Stelle das Futter, die Nahrung, dass wir unseren Hunden auch möglichst gutes Futter zukommen lassen, was sie gut verwerten können, was ausreichend ist. Frisches Wasser gehört ebenso dazu. Frisches Wasser sollte deinem Hund 24 Stunden am Tag zur Verfügung stehen, bitte auch nachts nicht wegstellen.

Genügend Schlaf und Ruhe sind auch ganz, ganz wichtig für unsere Hunde. Sie brauchen Erholungsphasen, müssen Erlerntes und neue Reize verarbeiten können, das geht nur mit Schlaf und Ruhe. Selbst ausgewachsene Hunde sollten etwa im Durchschnitt 18 bis 19, manchmal auch 20 Stunden Schlaf und Ruhe haben am Tag. Junge Hunde, Welpen, Senioren, kranke Hunde durchaus etwas mehr. Man sagt In etwa 50 Prozent des Tages sollte ein Hund tatsächlich schlafen, 30 Prozent des Tages sollte er zusätzlich noch ruhen können und nur 20 Prozent des Tages sind tatsächlich für Aktivitäten vorgesehen. Spaziergänge, Training, Tricks, Shoppen, Tierarzt oder was immer da so bei euch anfällt. Mach ruhig regelmäßig mal einen Check, ob das für deinen Hund hinhaut. Große Defizite in den Schlaf- und Erholungsphasen können dafür sorgen, dass dein Hund unausgeglichen ist, dass er schneller gestresst ist, dass er viel schneller auf Reize reagiert.

Ganz wichtig sind natürlich auch regelmäßige Möglichkeiten, sich ausreichend lösen zu können. Medizinische Versorgung ist auch ein wichtiges Grundbedürfnis, darum kann sich dein Hund nicht alleine kümmern, das ist deine Aufgabe. Geht es ihm gut, hat er Schmerzen, muss er die Krallen geschnitten bekommen? Sind die Ohren in Ordnung, wenn was ist, fahr zum Tierarzt. Sorge immer dafür, dass dein Hund sich wohlfühlt, dass er möglichst gesund ist, dass er keine Schmerzen hat. Auch Körperpflege gehört mit zu den Grundbedürfnissen deines Hundes, wie zum Beispiel Bürsten, Krallen, Zähne checkten.

Körperliche und geistige Auslastung zählt tatsächlich auch mehr zu den Grundbedürfnissen. Dass der Hund kleine Aufgaben bekommt, dass er ein bisschen Kopfarbeit leisten kann, dass ihn ein bisschen Nasenarbeit beschäftigt, dass er entsprechend Bewegung hat, die er benötigt. Auch das Ausleben genetisch verankerte Verhaltensweisen ist ein Bedürfnis des Hundes. Hast du einen Hund, der für die Jagd gezüchtet wurde? Dann ist das Jagen ein grundlegendes Bedürfnis Deines Hundes. Natürlich können wir den Hunden nicht die Möglichkeit geben, Hasen zu hetzen, Wild zu hetzen oder ähnliche Dinge zu tun. Aber dann müssen wir schauen, wie können wir Alternativen dafür schaffen, damit dieses Grundbedürfnis des Hundes erfüllt werden kann.

Alle diese Grundbedürfnisse müssen, ohne dass du etwas dafür verlangst, deinem Hund zur Verfügung stehen. Du siehst also, auch Futter ohne Gegenleistung sollte selbstverständlich sein. Wenn diese Grundbedürfnisse an irgendwelche Voraussetzungen bzw. Leistungen geknüpft sind, ist das stressig für deinen Hund.

Beispiel: Der Hund muss für sein Futter immer etwas tun. Er muss erst eine Leistung erbringen, bevor er etwas zu fressen bekommt. Das ist tatsächlich sehr stressend für deinen Hund. Nicht wissen zu können, wann bekomme ich wieder Futter, was muss ich für mein Futter tun, was muss ich leisten, was muss ich mich trauen? Futter und Fressen sollte doch eigentlich mit Entspannung und mit Sicherheit verknüpft sein. Natürlich können wir unsere Hunde für gutes Verhalten belohnen. Nichtsdestotrotz sollten in etwa 50 Prozent der täglichen Ration zu Hause in Ruhe angeboten werden. Für deinen Hund ist das Wissen, ich kann meinen Hunger stillen, ganz wichtig Auch die Fortpflanzung ist eigentlich ein Grundbedürfnis. Dieses bleibt jedoch tatsächlich für die meisten Hunde unerfüllt.

Den zweiten Bereich in der Bedürfnispyramide machen die emotionalen Bedürfnisse aus.

Unter anderem der Bereich Sicherheit. Zum Beispiel ein Ort zu Hause, an dem dein Hund sich sicher fühlt, an den er sich zurückziehen kann, bei dem er die Garantie hat. Hier kommt keiner hin, hier grabscht mich niemand an. Außerdem auch Sicherheit draußen, die du deinem Hund gibst. Indem du ihn nicht in unangenehme Situationen hinein zwingst oder du ausweichst, wenn bedrohliche Dinge oder andere Tiere auf deinen Hund zukommen. Auch einfach die Garantie haben, bei meinem Mensch kann ich mich wohlfühlen, von ihm gehen keine unangenehmen Dinge aus. Verlässliche Bezugspersonen sind also auch ganz wichtig. Dass dein Hund weiß, wie du dich verhältst, wie du reagierst, wie du dich ihm gegenüber verhältst. Feste Tagesabläufe und Gewohnheiten sind wichtig. Kleine Rituale schaffen gerade für unsichere, für ängstliche Hunde wertvollen Halt. Auch für hibbelige Hunde sind feste Abläufe und Gewohnheiten ein ganz wichtiges Standbein.

Ein ruhiger, warmer Schlafplatz und Rückzugsort sind auch wichtige Themen für deinen Hund. Tatsächlich genießt er auch so etwas wie Geborgenheit, Liebe und Vertrauen.

Den dritten Bereich in unserer Pyramide machen die sozialen Bedürfnisse aus.

Dazu zählen natürlich der Familienanschluss, also der Kontakt zu den Bezugspersonen. Das kann eine reine Anwesenheit der Bezugspersonen sein. Das kann, wenn der Hund es möchte, Körperkontakt zu den Bezugspersonen oder „kann“ genauso ein sozialer Kontakt zu Artgenossen sein.

Verbindungsaufbau zu den Bezugspersonen ist eine wichtige Sache. Nach und nach Vertrauen entstehen lassen. Das Wissen für den Hund, mein Mensch regelt gewisse Dinge für mich. Dinge erleben, Zeit miteinander verbringen.

Wir sind jetzt in der vierten Ebene unserer Bedürfnispyramide und das ist die Wertschätzung.

Da gehört das Lernen dazu, dass wir mit unseren Hunden sehr freundlich und fair Dinge trainieren, bevor wir sie erwarten, dass wir ihnen die Möglichkeit geben in ihrem individuellen Tempo zu lernen, dass auch unsere Hunde sich einfach entsprechend ihrer Individualität weiterentwickeln können

Gefühle der Geborgenheit, eine Garantie, gerade das finde ich so wichtig, dass ihnen von uns kein Schaden zugefügt wird. Dass möglichst ,wann immer es geht, von uns und in unserer Nähe nur gute Dinge passieren. Ich sag ja immer: „Sei ein Wohlfühlmensch!“.

In der fünften Ebene hat sich unsere Pyramide dann ganz, ganz zugespitzt. Wir sind bei der Selbstverwirklichung also sehr individuell mittlerweile in der Pyramide.

Selbstverwirklichung bedeutet, dass die Hunde ihre eigenen Persönlichkeiten ausleben können, dass sie tatsächlich auch mal eigene Entscheidungen treffen können. Was möchte ich tun? Welches Spielzeug möchte ich heute auswählen? Welche Gassistrecke möchte ich gehen? Welchen Kauartikel möchte ich haben? Möchte ich jetzt an den Ohren untersucht werden? Möchte ich jetzt die Augentropfen hineinbekommen? Nein, jetzt vielleicht nicht, dafür vielleicht 10 Minuten.

Dass die Hunde neue Reize kennenlernen, sich damit auseinandersetzen können, dass wir natürlich auch daran trainieren können und tatsächlich auch die individuelle Beschäftigung. Immer alles auf das Können und die Fähigkeiten des jeweiligen Hundes angepasst. Hundetraining ist kein Wettbewerb. Schau immer, was kann dein Hund und schau, wenn er etwas nicht kann, wie du so gut und so freundlich wie möglich daran trainieren kannst.

Wenn du jetzt einfach mal überlegst, wie es bei dir aussieht, wie deine Bedürfnispyramide ausschaut, kannst du ganz, ganz viele Ähnlichkeiten zu der Bedürfnispyramide deines Hundes erkennen. Wenn es darum geht, die individuellen Bedürfnisse deines Hundes zu erkennen oder auch zu finden, dann fange an, deinen Hund zu beobachten.

Was tut dein Hund häufig? Was macht er gerne? Welche genauen Verhaltensweisen kannst du bei ihm häufiger sehen? Zum Beispiel draußen auf dem Spaziergang. Was ist ihm wichtig? Was tut er da? Dann kannst du erkennen, welche Verhaltensweisen das sind. Er rennt gerne, buddelt gerne, schaut nach Wild, hetzt gerne Wild… Dann musst Du schauen, welche Bedürfnisse davon können befriedigt werden und welche Bedürfnisse können nicht befriedigt werden, aber dafür kannst Du gute Alternativen finden, die das Bedürfnis zumindest ein klein wenig im Ansatz befriedigen.

Wir können Belohnungen finden, die Bedürfnisse befriedigen und wir können auch Beschäftigungsmöglichkeiten für unsere Hunde finden, die Bedürfnisse befriedigen, einfach als Alternative, als eine Art Ausgleich.

All das ist einfach wichtig, wenn wir uns mit den Bedürfnissen unserer Hunde auseinandersetzen. Dein Hund ist ein Rundumpaket und je stimmiger dieses Rundumpaket ist, desto glücklicher ist dein Hund, desto wohler kann er sich fühlen.

Ich denke, vielen Hunden macht zum Beispiel Nasenarbeit wahnsinnig viel Spaß. Kleine Fährten legen. Gegenwindsuche, Schleppfährte, mal ins Mantrailing reinschnuppern.

Ich hoffe sehr, du konntest aus meinem Input einiges für dich und deinen Hund mitnehmen und hast. In Zukunft einen besseren Blick auf die Bedürfnisse deines Hundes.



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