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Podcast #1: Meiner tut nix!

by Alexandra
Hundebegegnungen: Meiner tut nix!

Meiner tut nix! Kennste, ne?

In dieser Podcastfolge erfährst Du:

  • Was dieser Satz eigentlich bedeutet
  • Warum nix tun schon zu viel sein kann
  • Was Du in solchen Momenten tun kannst
  • Warum ein bissel Rücksichtnahme nicht zu viel verlangt ist




Weitere Möglichkeiten:



Meiner tut nix!

Diesen netten Spruch hast du doch bestimmt auch schon häufiger gehört, oder gehörst du vielleicht zu den Menschen, die diesen Satz gern mal von sich geben? Dann solltest Du Dein Verhalten mal überdenken.

Du kennst es ganz bestimmt: Du gehst entspannt mit deinem Hund spazieren, Du genießt vielleicht die Natur, Du machst schöne Dinge mit deinem Hund, Ihr genießt die gemeinsame Zeit und plötzlich, häufig wie aus dem Nichts heraus, kommt ein anderer frei laufender, vielleicht auch fremder Hund in Eure Richtung gelaufen. Manchmal können wir dann noch nicht mal das dazugehörende Frauchen oder Herrchen irgendwo in der Nähe entdecken. Und wenn dann doch jemand dabei ist? Dann kommt häufig der bekannte Satz: „Meiner tut nichts!“

Vielleicht hat dieser Hund in diesem Moment aber schon etwas getan. Er ist viel zu nah an deinen Hund herangekommen. Wenn Dein Hund damit ein Thema hat, hat er schon ein Problem. Dein Hund fühlt sich unwohl, er fühlt sich bedroht, er denkt, er muss den anderen vertreiben. Er macht einfach wieder eine sehr ungünstige Erfahrung. „Meiner tut nix!“ Wenn wir diesen Satz hören, können wir eigentlich davon ausgehen, dass der andere Hundebesitzer sich jetzt vermutlich nicht darum kümmern wird, seinen Hund zurückzurufen, ihn abzuholen, dass es ihm vielleicht schlichtweg einfach egal ist, wie es Dir und Deinem Hund jetzt mit dieser unangenehmen Situation ergeht. Es ist schlimm, dass so vielen Menschen egal ist, dass ihr Hund einfach zu anderen Hunden hin läuft, dass es ihnen egal ist, wie es dem anderen Mensch und dem Hund damit geht.


Die Verantwortung einfach abwälzen

Es ist so ein bisschen wie verkehrte Welt. Du musst dich dann erklären, du musst darum bitten, dass der andere seinen Hund ruft, dass er ihn abholt. Du musst dich rechtfertigen, warum dein Hund keinen Kontakt haben möchte. Das ist doch nicht richtig so. Tatsächlich gibt es natürlich auch Menschen, auch Hundemenschen, die keine Ahnung haben, was da eigentlich passiert, die tatsächlich immer noch denken, jeder Hund möchte Kontakt zu seinen Artgenossen haben , jeder Hund möchte spielen, jeder Hund möchte Hallo sagen. Daher ist es ganz wichtig, dass wir immer dran bleiben beim Aufklären über Hundebegegnungen, dass nicht jeder Hund, nicht jedes Mensch-Hund Team diesen Kontakt haben möchte und das ein oder andere Team auch einfach mal etwas mehr Abstand braucht.

Wenn wir da alle ein klein bisschen mehr Rücksicht nehmen würden, dann könnten viele Hundebegegnungen viel entspannter, viel angenehmer und auch ruhiger und vor allem dann auch mit positiven Lernerfahrungen gemeistert werden. Jeder Hundebesitzer sollte für sich ganz allein und natürlich auch immer im Sinne seines Hundes entscheiden können, welcher Kontakt jetzt gewünscht ist, wo etwas zugelassen wird und wo nicht. Es ist einfach schlichtweg respektlos, seinen Hund immer einfach überall hin rennen zu lassen. Achte dabei auch immer auf Deinen Hund. Möchte er diesen Kontakt oder möchte er ihn nicht?


Körpersprache deuten können

Auch seinen Hund einfach mal ins Spiel entlassen, obwohl der Hund eigentlich sagt und körpersprachlich zeigt, den Kontakt möchte er gar nicht, da hat er jetzt keinen Bock darauf, dann respektiere das und lass dieses Treffen, dieses Miteinander nicht zu. Wir Menschen machen das ja auch nicht. Wir laufen ja auch nicht durch die Gegend, quatschen wildfremde Menschen an und versuchen Smalltalk zu machen. Das ist ja auch nicht unsere Welt und genau das Gleiche gilt natürlich für unsere Hunde ebenso. Die wollen nicht jedem Hallo sagen, die möchten nicht zu jedem Hund Kontakt und viele Hunde möchten einfach mehr Abstand. Dazu sind wir Menschen da, das hinzubekommen, dass unsere Hunde sich in diesen Hundebegegnungen möglichst wohlfühlen und entspannt bleiben können. Ja, also auch wir möchten nicht jeden umarmen, anderen Menschen auf die Pelle rücken oder sie belästigen. Wieso meinen wir dann immer, dass unsere Hunde so was möchten? Wieso kann man eigentlich nicht einfach mal respektieren, dass andere Hunde und ihre Menschen keinen Kontakt möchten?

Wenn Hunde mit passender Distanz für sich entscheiden könnten, dann würden sie tatsächlich vielen Begegnungen mit Artgenossen einfach aus dem Weg gehen – wenn sie die Möglichkeit dazu bekommen! Wir Menschen sind tatsächlich die, die ihre Hunde in diese Begegnungen, in diese Situationen, die sie einfach nicht schaffen können, immer wieder hineinzwingen.

Wir gehen zu dicht an anderen Hunden vorbei. Wir gehen frontal auf andere Hunde zu. Wir lassen keine Körpersprache, kein deeskalierendes Verhalten von unseren Hunden zu. Dann müssen unsere Hunde kommunizieren, weil ihnen keine andere Wahl bleibt. Dann bleibt ihnen nur noch die Wahl: „Ich schmeiß mich in die Leine und mache Theater, weil es mir zu dicht ist, weil es mir zu bedrohlich ist, weil ich es einfach nicht anders lösen kann für mich.“ Daher ist auch ganz wichtig, dass Du, wie wir alle Hundebesitzer, so gut wie möglich die Körpersprache unserer Hunde lesen kannst, dass Du einschätzen kannst, wann ist mein Hund noch entspannt, wann fühlt er sich noch wohl, wann passt eine Begegnung? Wenn dein Hund sich in einer für ihn bedrohlichen Situation befindet, was bedrohlich ist, entscheidet ganz allein Dein Hund, also nicht Du. Wenn er sich in so einem Konflikt in einer unangenehmen, bedrohlichen Situation befindet, dann hat der Hund verschiedene Möglichkeiten, darauf zu reagieren.

Diese 4F sind die Möglichkeiten, wie Dein Hund in diesem Moment reagieren kann. Lies gern hier mehr dazu:


Was aber nun tun?

Was wir tun können bei unerwünschten Hundebegegnungen, ist, dass natürlich auch wir Menschen möglichst entspannt und ruhig bleiben. Ich weiß, dass das häufig schwerfällt. Aber wir müssen es versuchen. Denn wenn wir hektisch werden, wenn wir laut werden, wenn wir mies drauf sind, erhöht das noch zusätzlich den Stresslevel unseres Hundes. Wollen wir ja wieder nicht. Wir können schauen, ob wir vielleicht wertvolle Signale mit unseren Hunden aufgebaut haben, die unsere Hunde in disen Moment unterstützen.

Vielleicht hast du ein tolles Aufmerksamkeitssignal, was in so einer Situation hilfreich sein kann, um Deinen Hund wieder ansprechbar zu machen, um ihn vielleicht aus der Situation umzulenken, damit er auch nicht selbst den anderen Hund anstarrt. Du hast vielleicht ein Entspannungssignal, das Du benutzen kannst. Eventuell hast du einen Markersignal, ein Signal, welches eine Belohnung ankündigt. Dieses Markersignal kannst das geben, um die Emotionen bei Deinem eigenen Hund zu verbessern.

Frag Signale ab, die Deinem Hund Spaß machen und die gute Gefühle in den Hund zu zaubern. Das können kleine Tricks, kleine Spielchen oder ähnliche Sachen sein. Überlege, was für deinen Hund da infrage kommt. Wichtig dabei ist natürlich immer, dass du all diese Signale vorher auch gut trainiert haben musst. Also nicht einfach mal denken, ich probier das jetzt in dieser Situation aus, sondern es muss vorher gut trainiert sein. Vielleicht kannst du mit deinem Hund Abstand aufbauen, einen Bogen um den anderen Hund drum herumlaufen, wenn er Euch nicht zu dicht auf die Pelle rückt.

Vielleicht hast du einen U-Turn oder ein Richtungswechselsignal, was für deinen Hund bedeutet, wir wenden uns ab und gehen in eine andere Richtung. Auch dieses Signal ist wirklich sehr hilfreich. Versuche immer nett mit Deinem Hund zu reden, ebenso auch dem anderen Hund. Denn auch dein Verhalten, wie Du Dich dem anderen Hund gegenüber verhältst, hat Auswirkungen auf das Verhalten des anderen Hundes. Wann immer es möglich ist, schaffe etwas Distanz zwischen den Hunden.

Und so können schon viele Hundebegegnungen um einiges entspannter ausfallen. Wenn du merkst, dass der andere Hund eigentlich auch Probleme mit der Begegnung hat, dass auch der gestresst ist, dass er angespannt ist, dann würde ich auch immer versuchen, dass mein Hund den Blick vom anderen Hund mal abwenden kann. Das kann durch einen Keks sein, den Du Deinem Hund direkt vor seinen Vorderpfoten anbietest. Das kann eventuell dafür sorgen, dass er den Blick mal kurz vom anderen Hund abwenden kann, was sehr deeskalierend wirkt.

Solche Kleinigkeiten können eine Hundebegegnung durchaus schon etwas entschärfen. Denke also in diesen Situationen nicht nur an Dich und Deinen Hund, sondern auch ein klitzeklein wenig, sofern es möglich ist, an den anderen Hund, an das andere Mensch und Team.


Lege Deinen Fokus auf Deinen Hund und dessen Unterstützung

Wir haben keinen Einfluss darauf, wie das andere Mensch und Team sich verhält. Wir können den anderen Hund nicht ändern, wir können den anderen Menschen nicht ändern. Was wir aber tun können, ist, so gut wie möglich dafür zu sorgen, dass unser Hund in sich in dieser Situation möglichst wohlfühlen kann. Wir können unseren Hund unterstützen, wir können gute Signale für unseren Hund aufbauen, die uns dann nach einem guten Aufbau in diesen Situationen supertoll helfen können. Das ist Deine Aufgabe.

Wir hätten tatsächlich wesentlich mehr entspanntere und ruhigere Hundebegegnungen im Alltag, wenn die Menschen einfach mehr Rücksicht aufeinander nehmen würden und vor allem auch mehr Rücksicht auf die Bedürfnisse ihrer Hunde, indem sie sie nicht in diese noch nicht so schaffenden Hundebegegnungen einfach hineinführen.

Schau doch bei deinen nächsten Hundebegegnungen mal darauf, dass Du Deinen Hund tatsächlich unterstützt und ihn nicht überforderst.



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