Home TrainingRückruf Damit Dein Rückruf auch in schwierigen Situationen klappt… Teil 3

Damit Dein Rückruf auch in schwierigen Situationen klappt… Teil 3

by Alexandra

Weiter geht es in Sachen Rückruftraining für Dich… Heute in Sachen Körpersprache!

Und da geht es um „Deine“ Körpersprache!

Dein Hund kommt nicht wirklich bis zu Dir ran, stoppt 2 Meter vor Dir oder läuft eventuell auch immer wieder eher einen Bogen um Dich herum? Dann musst Du schauen, woran das liegt!

Tatsächlich sind Deine Körperhaltung und Dein Gesamtausdruck mit dafür verantwortlich, ob Dein Hund beim Rückruf wirklich zu Dir kommt oder auch einfach, ob er denn wirklich gern zu Dir kommt.

Was kann also das Unangenehme an Deiner Körpersprache sein?

  1. Du stehst frontal zu Deinem Hund
  2. Du beugst Deinen Oberkörper nach vorne
  3. Du stehst sehr steif und angespannt
  4. Dein Blick (oder auch Dein Tonfall) ist unfreundlich
  5. Du beugst Dich über Deinen Hund, wenn er bei Dir angekommen ist
  6. Du streichelst Deinen Hund am Kopf, wenn er bei Dir angekommen ist
  7. Du hältst Deinen Hund direkt fest, wenn er bei Dir angekommen ist 


So – dann schauen wir mal genauer hin…

  1. Du stehst frontal zu Deinem Hund
    Wenn Du Deinem Hund gegenüber frontal ausgerichtet bist und ihn dabei ja auch noch direkt anschaust, eventuell sogar schon etwas angespannt, dann wirkt das in keinster Weise einladend für Deinen Hund. Außerdem bist Du viel größer wie Dein Hund. Deine Körpersprache sagt eher: „Komm nicht zu nah ran!“
    Selbstverständlich gibt es viele Hunde, die stört so eine Körperhaltung überhaupt nicht. Die brettern trotzdem freudig in ihre Menschen rein.

     

    Besser: Drehe Dich seitlich zu Deinem Hund, Du kannst sogar auch runter in die Hocke gehen. Für kleine Hunde finde ich das ganz wichtig. Auch kannst Du Dich etwas vom Hund wegbewegen, ein paar Schritte in die entgegengesetzte Richtung laufen. Probiere auch ruhig aus, ob es einen Unterschied macht, wenn Du Deinen Hund nicht direkt anschaust. All das wirkt wesentlich einladender auf Deinen Hund.

     

  2. Du beugst Deinen Oberkörper beim Rufen nach vorne
    So stehend und Deinen Hund anschauend sagst Du mit Deiner Körpersprache ganz eindeutig: „Hey, bleib ja weg! Komm mir jetzt nicht zu nah!“ Solch eine Körperhaltung kann schnell als Drohung aufgefasst werden. Man stelle sich es gerade mal bei kleinen Hunden vor: Hund ist bei Dir angekommen, steht unter Dir, aufgrund der Schwerkraft fallen Deine Gesichtszüge extrem nach unten – sieht vielleicht sogar etwas gruselig aus… *lach*

     

    Besser: Wie bei Nummer 1… Stehe entweder etwas seitlich, auf alle Fälle nicht nach vorn gebeugt oder noch besser: hocke Dich seitlich hin!

     

  3. Du stehst sehr steif und angespannt
    Deine Muskeln sind angespannt, Du hast keine Bewegung in Deinem Körper, machst Dich vielleicht noch groß. Auch das erkennt Dein Hund und Anspannung kündigt generell meistens nichts Gutes, sondern eher Aufregung an.

     

    Besser: Stehe locker und entspannt, bewege Dich ein klein wenig. Atme mal tief ein und wieder aus…

  4. Dein Blick (oder auch Dein Tonfall) ist unfreundlich
    Glaube mir, Hunde erkennen sehr gut, ob ihre Menschen sie freundlich oder unfreundlich anschauen. Wenn Du schon angespannt oder stinkig bist, weil Den Hund gerade etwas Doofes macht oder mal wieder nicht hört, dann legst Du schon mal die Stirn in Falten, Deine Augenbrauen gehen runter, die Augen werden kleiner – und schwups… Schon sagst Du mit Deinem Gesichtsausdruck: „Komm lieber nicht her!“

     

    Besser: Achte darauf, dass Du Deinen Hund freundlich anschaust. Du möchtest Dich auch nicht mit jemandem unterhalten, der dich als böse anstarrt oder?

  5. Du beugst Dich über Deinen Hund, wenn er bei Dir angekommen ist
    Egal ob zum Belohnen, wie zum Beispiel Leckerchen oder Spielzeug präsentieren, oder weil Du Dich freust, für viele Hunde ist dieses Überbeugen sehr unangenehm. Völlig egal, ob große oder kleine Hunde! Auch wenn Dein Hund bereits bei Dir angekommen ist, solltest Du Dich nicht unbedingt über ihn beugen. Auch die Tatsache, dass Dein Hund ja so seine Belohnung bekommen soll, macht es für den Hund nicht angenehmer. Dann ist für Deinen Hund diese Belohnung nämlich schnell keine Belohnung mehr, sondern etwas unangenehmes – eine kleine Strafe!

     

    Besser: Bleibe in der Hocke oder bleibe gerade stehen. Präsentiere Deinem Hund auch so seine Belohnung. Also beuge Dich nicht über Deinen Hund , um ihm seinen Keks zu geben oder ihn zum Spielen einzuladen. Wenn Du mit einem Spielzeug belohnst, achte bitte zusätzlich darauf, dass Du das Spielzeug Deinem Hund nicht aufzwingst. Nicht mit dem Spielzeug wild vor der Nase rum wedeln oder sogar Deinem Hund ins Gesicht oder versuchen ins Maul zu drücken. Das Spielzeug sollte sich immer vom Hund weg bewegen. Bewege es etwas über dem Boden oder in Nasenhöhe vom Hund weg, baue Spannung auf…

     

  6. Du streichelst Deinen Hund am Kopf, wenn er bei Dir angekommen ist
    Das ist für viele Hunde wirklich sehr unangenehm, sie möchten diese Art von Körperkontakt gerade einfach nicht. Das solltest Du natürlich respektieren! Außerdem könnte es mit verantwortlich dafür sein, dass Dein Rückruf nicht optimal funktioniert.
    Versuche doch mal darauf zu achten: kommt Dein Hund freudig zu Dir und giert nach mehr Streicheleinheiten – dann ist alles super! Aber zieht Dein Hund den Kopf weg, beugt sich nach unten, dreht den Kopf zur Seite, zeigt Beschwichtigungssignale (lecken, Blick anwenden, gähnen, blinzeln…), dann ist er vom Streicheln wohl nicht so begeistert.

     

    Besser: Vielleicht mag Dein Hund lieber woanders gestreichelt werden. Probiere es aus an Brust, Rücken, Rutenansatz… Sollte sich herausstellen, dass ihm das nach einem Rückruf alles nicht gefällt, dann solltest Du wirklich mit etwas anderem belohnen und komplett auf das Anfassen in diesen Situationen verzichten. Sowieso solltest Du Dich fragen, ob Streicheln eine optimale Belohnung für den Rückruf ist. Wenn Streicheln für Deinen Hund sehr hochwertig ist, ist es eine tolle Sache. Aber für die meisten Hunde sind draußen ganz andere Belohnungen von Bedeutung und man bekommt den Rückruf mit Streicheln eher selten verstärkt.

     

  7. Du hältst Deinen Hund direkt fest, wenn er bei Dir angekommen ist
    Du greifst nach Deinem Hund oder streckst ihm schon den Arm entgegen, um ihn festzuhalten oder sogar direkt anzuleinen. Für viel Hunde ist es eher unangenehm, wenn so direkt nach ihnen gegrapscht wird, Auch dabei beugt man sich oft über die Hunde und schränkt sie mit dem Festhalten natürlich von ihrer Bewegungsfreiheit ein. Manche Hunde erschrecken sich vielleicht auch, wenn schnell nach ihnen gegriffen wird. Festhalten und direkt anleinen beenden also den Freilauf – keine gute Idee!

     

    Besser: Lass Deinen Hund erstmal bei Dir ankommen und belohne ihn ordentlich, bevor Du nach ihm greifst oder ihn anleinst. Noch angenehmer wird ein schnelles Anfassen oder Anleinen, wenn es denn wirklich mal schnell gehen muss, dadurch, dass Du diese Dinge Deinem Hund 2-3 Sekunden vorher durch Signale ankündigst. So kommt es für Deinen Hund nicht so überraschend, er weiß genau was passiert und dass es gleich überstanden ist.

Wie oben bereits erwähnt, gibt es natürlich auch Hunde, denen Deine Körpersprache beim Rückruftraining völlig egal ist. Die kommen trotz nach vorne beugen, strengem Blick oder auf dem Kopf Gegrabsche schnell und freudig zu ihrem Menschen.

Doch das ist jeder Hund anders – Du musst erkennen, was Dein Hund von alledem mag oder nicht mag. Denn sonst bremst es Dich beim Rückruftraining mit Deinem Hund extrem aus.


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