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Podcast #5: Beißender Welpe – Was Du tun kannst

by Alexandra
Beißender Welpe - Was Du tun kannst

Dein Welpe beißt und zwackt Dich? Das gehört auf gewisse Art und Weise zu Deinem Welpen dazu. Jeder Welpenbesitzer muss durch diese Phase, in der der Welpe seine Spuren häufig an Händen und Armen hinterlässt, einmal wirklich durch.

In dieser Podcastfolge erfährst Du:

  • Was die Ursachen für dieses Verhalten sein können
  • Was Du vorbeugend tun kannst
  • Was Du tun kannst, wenn Dein Welpen Dich beißt und zwackt




Weitere Möglichkeiten aktuell:



Jedes Verhalten unserer Hunde hat einen Grund

Dieser Grund ist wichtig, denn wenn wir dort nicht ansetzen, können wir unseren Hunden nicht helfen. Nicht selten sind unsere Welpen überdreht, weil ihnen wichtige Ruhe und Erholungsphasen fehlen. Ein Welpe sollte etwa 20 bis 22 Stunden vom Tag mit Schlafen, Ruhen, Dösen verbringen. Die Spaziergänge sollten kurz gestaltet werden und den Welpen nicht überfordern. Die jungen Welpen sollten auf den Spaziergängen nicht so vielen neuen Reizen ausgesetzt werden.

Das allererste, was die jungen Hunde lernen sollten, sind tatsächlich Ruhe und Entspannung. Natürlich kann ein junger Hund auch schon lernen, mit etwas Stress umzugehen. Aber wir überlassen ihn sich dabei niemals selber, sondern wir unterstützen ihn. Wir helfen ihm, damit umzugehen und wieder runterfahren zu können. Der Alltag für unsere jungen Hunde sollte möglichst strukturiert ablaufen, er sollte vorhersehbar sein, keine plötzlichen, unerwarteten Reize, die auf unsere Hunde einfach schnurstracks einströmen.

Wir können feste Rituale mit unseren Hunden aufbauen, was auch für die Vorhersehbarkeit unwahrscheinlich wichtig ist. Wann passiert was? Wann passiert was? In welchen Situationen passiert was? Wann gibt es Futter, wann gehen wir raus? Wie ist das Ritual beim Haus verlassen? Wie läuft das Ritual ab, wenn wir vom Gassi Gang nach Hause gehen? Wie läuft der Alltag ab? Was passiert morgens oder abends?

Je entspannter unsere Welpen sind, desto besser kommen sie mit neuen Reizen, mit neuen Situationen und auch mal mit Erregung klar. Fehlen wichtige Schlaf- und Ruhezeiten und somit auch die Erholungsphasen, reagieren unsere Hunde wesentlich schneller auf Reize, sie kommen nochmal schlechter runter, sie können schlechter entspannen, sie reagieren schneller reaktiv und alles wird stressig. Aus alledem kann dann natürlich auch resultieren, dass dein Welpe dich häufiger zwackt, dass er beißt, dass er ein kleiner Tyrann wird. Das alles, weil er einfach total überdreht ist und nicht mehr allein zur Ruhe kommt.

Auch unser Umgang und unser Training mit den Hunden hat einen Einfluss auf deren Erregungslevel. Erwarten wir zu viel, sind wir laut, sind wir streng, trainieren wir mit Strafen? Solche Sachen treiben den Erregungslevel unserer Hunde weiter in die Höhe und desto eher kippt unser junger Hund wieder in Übersprungsverhalten und wir haben ihn wieder an den Händen hängen. Wenn dein Welpe also schon am Beißen und Zwacken ist, ist es nicht sinnvoll, ihn dafür zu schimpfen, wegzuschubsen, wegzuschieben, weil ihn das vermutlich nur noch weiter hochpuscht.

Häufig spielen wir auch einfach viel zu wild mit den Hunden. Wir machen Zerrspiele, werfen das Bällchen, wir laufen, wir rennen, wir machen richtig Action mit den Hunden, was natürlich auch schön ist, aber auch dabei müssen wir im Kopf haben, dass es den Erregunsglevel weiter in die Höhe treibt und ganz schnell ist unser Welpe wieder am Beißen.

Und das ist dann wieder etwas, was wir gar nicht haben wollen. Im Endeffekt sind wir dann aber selbst schuld, weil wir den Welpen durch unser wildes Spiel tatsächlich hochgepuscht haben und der Welpe kann einfach in diesem Moment nicht mehr anders reagieren.

Merkst du, dass das bei deinem Welpen häufiger vorkommt…

  • Dann spiele ruhiger, mach langsame Dinge, spiele nicht so lang mit deinem Welpen.
  • Immer, wenn ihr ein actionreiches Spiel beendet, versuch es langsam zu beenden. Werde nach und nach ruhiger, werde langsamer bei dem Spiel, streue zum Abschluss ein paar Kekse, damit dein Hund dieses Spiel nicht im Endeffekt mit hoher Erregung verknüpft, sondern mit einem entspannten Abschluss.
  • Die beste Lösung ist natürlich, deinem Welpen schon zu helfen, wieder runterzufahren, bevor er toal am Rad dreht. Dann solltest Du ihm schon eine Alternative anzubieten, etwas wo er sich dran austoben kann, was er rumschleudern kann, wo er reinbeißen kann und kann.

Hunde, die gerade einen sehr hohen Erregungslevel haben, können häufig keine ruhigen Alternativen annehmen

Das heißt, ein Welpe, der gerade drüber ist, wird eventuell keinen Keks nehmen können, den du ihm anbietest, weil er aufgrund seines Erregungslevels gerade überhaupt nicht in der Lage ist, etwas Ruhiges zu tun.

  1. Versuche also, deinen Welpen mit einer Alternative auf dem Erregungslevel abzuholen, auf dem er sich gerade befindet. Vielleicht etwas Action mit einem Zerrseil, vielleicht ein Spielzeug, was fliegt, irgendetwas, worauf dein Hund in diesem Moment abfährt, was auch mit Action verknüpft ist.
  2. Dann ist deine weitere Aufgabe, während ihr damit spielt, nach und nach wieder ruhiger zu werden, damit die Erregung deines Hundes sinken kann. Probiere aus, was für deinen Welpen in welcher Situation am besten passt.
  3. Wenn er ruhiger wird, kannst Du ihm zum Abschluss vielleicht noch eine Schleckmatte, einen Kong zum Auslutschen oder eventuell einen mit Keksen bestückten Schnüffelteppich anbieten. Helfe Deinem Welpen so gut wie möglich und so lange wie nötig, bis er wieder halbwegs entspannt ist.

Natürlich ist es vom Lerneffekt her besser, du bietest deinem Hund die Alternative zum Reinbeißen schon an, bevor er überdreht ist und noch besser ist es natürlich, du erkennst bei deinem Hund rechtzeitig, wann die Erregung zu hoch wird, noch bevor unerwünschtes Verhalten überhaupt entstehen kann.

Versuche immer, das Beißen freundlich zu unterbrechen, indem du deinem Hund etwas anderes anbietest, was er entsprechend seinem aktuellen Erregungsniveau auch annehmen kann.

In diesen wackelnden Situationen könntest du auch, sofern dein Welpe da schon irgendetwas kann, versuchen ein Signal abzufragen. Vielleicht kann dein Hund schon ein Sitz, einen Handtouch oder etwas anderes, was er gern macht. Wenn das klappt, ist das auch eine hilfreiche Möglichkeit, weil es deinen Hund wieder in den denkenden Bereich des Gehirns zurückholt. Er tut wieder etwas, was er gelernt hat. Er konzentriert sich. Er hat eine andere Aufgabe.

Vielleicht hast du auch schon ein Entspannungssignal aufgebaut. Auch das hilft super, deinen Hund wieder in den denkenden Bereich zu bekommen. Mehr dazu findest du auf meiner Website.

Beachte also Folgendes:

  • Schimpfe Deinen Hund nicht für sein stressbedingtes Verhalten
  • Schubse ihn nicht und schiebe ihn nicht weg.
  • Auf ein „Nein“ kannst Du auch verzichten, damit kann Dein Hund nichts anfangen.
  • Sperr deinen Hund nicht weg.
  • Lass ihn nicht allein im Raum zurück (Trennungsstress lässt grüßen, stell Dich im Notfall nicht erreichbar auf einen Stuhl)
  • Helfe ihm beim Runterfahren.
  • Schaue nach den Ursachen.
  • Biete deinem Hund passende Alternativen an.
  • Lerne deinen Hund zu lesen, damit du Stress, Anspannung und vor allem Überforderung rechtzeitig erkennen kannst.
  • Achte ebenso darauf, wenn dein Weltbild dir Grenzen zeigt.
  • Schau, was „du“ besser machen kannst!


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