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Markertraining – Wie Du Deinen Hund glücklich machst

by Alexandra

Das Markersignal kündigt Deinem Hund „immer“ eine Belohnung, also ausschließlich etwas Angenehmes, an.

Du gibst das Markersignal umgehend dann, wenn Dein Hund gerade erwünschtes Verhalten zeigt. Du fängst also quasie mit dem Marker gutes Verhalten Deines Hundes ein, kündigst ihm damit gleichzeitig eine Belohnung an, er kann verstehen, welches Verhalten erwünscht ist und er wird dieses Verhalten dann gern häufiger zeigen.

Dein Hund lernt gern und hat Spaß beim Training. Es ist eine wirkungsvolle Kommunikation mit dem Hund.


Was Du brauchst…

Natürlich ein Markersignal, also zum Beispiel einen Clicker oder ein ausgesuchtes Markerwort.Das Markerwort sollte kurz und knackig sein, denn es soll ja nur einen klitzekleinen Moment einfangen – nämlich das erwünschte Verhalten Deines Hundes und das ist manchmal wirklich sehr kurz. Es eignen sich solche Wörter wie beispielsweise Click, Jepp, Yes, Top, Check, Zack oder ähnliches, was halt ansonsten in Deinem Tagesablauf nicht anderweitig vorkommt und keine Ähnlichkeit mit anderen genutzten Signalen hat.

Desweiteren benötigst Du viele kleine weiche Leckerchen und natürlich auch andere Belohnungen, die Deinem Hund Spaß machen. Ball, Zerrtau, Futterbeutel, Rennen mit Dir oder andere Dinge… Überlege gut, was „Deinem“ Hund gefällt!

Mit einem Markersignal fangen wir später sekundengenau erwünschtes Verhalten beim Hund ein, welches wir gern öfters sehen möchten, und geben dem Hund damit gleichzeitig das Versprechen auf eine Belohnung. Leichter können wir mit den Hunden nicht kommunizieren.

Markertraining - Training mit Markersignalen


Was ist eine Belohnung?

Belohnungen können all die Dinge sein, die „Dein“ Hund als angenehm empfindet.

Diese Belohnungen können von Hund zu Hund sehr variieren. Was für den einen Hund toll ist, ist für den anderen eher langweilig und somit keine Belohnung.

Beispiele Belohnungen:

  • Futter
  • Streicheln
  • Sozialkontakte
  • Spielzeug
  • Rennspiele
  • Schnüffeln…

Die Verstärker können sich von Situation zu Situation für Deinen Hund ändern – zum Beispiel ist Futter nicht in jedem Moment der richtige Verstärker für ein bestimmtes Verhalten.

Allerdings ist nicht jede Belohnung ein wirklicher „Verstärker“, also etwas, was wirklich dafür sorgt, dass Verhalten zuverlässiger, häufiger, länger, schneller oder intensiver gezeigt wird.

Oftmals merken wir erst im Laufe des Trainings, ob unsere Belohnungen überhaupt Verstärker waren.


Warum funktioniert das Markertraining so gut?

  • Markern löst positive Gefühle aus, Glückshormone werden freigesetzt
  • Lernen macht Spaß
  • Training wird positiv verknüpft
  • Training wird spannend
  • Kopfarbeit lastet den Hund aus
  • Hunde lernen Verhalten von sich aus anzubieten
  • Hunde verstehen viel schneller, was wir von ihnen wollen
  • es ist eine klare Verständigung zwischen Mensch und Hund möglich
  • die Hunde finden durch Versuch, Irrtum und Erfolg heraus, welches Verhalten sich lohnt und erwünscht ist
  • Markertraining ist Training ohne Strafe, Schimpfen und Zwang
  • der Marker ist auch auf Entfernung gut nutzbar
  • er tut der Mensch-Hund-Beziehung gut


Konditionierung/Aufbau des Markersignals

Jetzt erfährst Du, wie ein Markersignal aufgebaut wird… Denn Dein Hund muss ja erstmal lernen, was so ein Markersignal bedeutet!


Dein Hund lernt den Marker zu verstehen…

Wähle für die Konditionierung des Markersignals einen für Deinen Hund ruhigen und ablenkungsarmen Ort aus.

Dein Hund lernt, dass der Marker das Versprechen auf eine Belohnung ist, indem Du markerst (also entweder clickst oder Dein ausgesuchtes Markerwort freundlich sagst) und ihm „sofort“ danach ein Leckerchen gibst (oder anderweitig mit etwas Angenehmem belohnst). Ist das Leckerchen geschluckt, kommt sofort der nächste Marker und die nächste Belohnung…

Achte darauf, dass die Belohnung immer erst nach dem Marker Richtung Hund geführt wird bzw. die Belohnung auch erst nach dem Marker präsentiert wird.

Dies ruhig 15-20x wiederholen. Dann einen Moment abwarten, bis Dein Hund woanders hinschaut und markern. Schaut Dein Hund Dich in freudiger Erwartung auf seine Belohnung an, hat er die Bedeutung des Markersignals verstanden…

Ab diesem Moment kannst Du den Marker benutzen! Es ist in der Regel keine längere Konditionierung über mehrere Tage oder sogar Wochen nötig! Die meisten Hunde verstehen es sehr schnell.


Hier zeigen Dir Sabine & Greta, wie der Marker konditioniert wird: 
Sabine belohnt immer mit Leckerchen.


Aber nicht für jeden Hund sind Leckerchen das Tollste. Wenn Dein Hund auch andere Dinge super findet, ergibt es großen Sinn den Marker gleich von Anfang an auch mit anderen tollen Belohnungen zu verknüpfen.

Da sieht der Aufbau dann vielleicht so aus:

  • Marker – Ball fliegt
  • Marker – Zerrspiel beginnt
  • Marker – Keks fliegt
  • Marker – Ball fliegt
  • Marker – Futterbeutel kann gesucht werden


Hier zeigen uns Annett & Enigma, wie es geht: 
Annett baut das Markerwort „Click“ mit verschiedenen Belohnungen auf.


Die meisten Hunde verstehen sehr schnell, dass der Marker immer etwas tolles ankündigt. Deswegen reicht eine kurze Aufbaueinheit in der Regel aus. Solltest Du das Gefühl haben, Dein Hund hat es noch nicht verstanden, wiederhole die Einheit einfach später nochmal. Immer bevorzugt erst mal dort, wo keine oder nur minimale Ablenkung um Euch herum ist.


Wenn der Marker dann eingesetzt werden kann…

Du kannst markern und anschließend belohnen für alles, was Dein Hund auf Signal richtig macht (z.B. Sitz, Platz oder Hier auf Signal). Dies gilt für Signale, die Dein Hund schon kennt.

Du kannst mit dem Marker aber auch jedes gute/erwünschte Verhalten einfangen und anschließend belohnen, welches Dein Hund rein zufällig oder gezielt von sich aus anbietet (z.B. Blickkontakt zu Dir, lockere Leine laufen, ruhiges Benehmen oder ruhigen Blickkontakt zu anderen Hunden).


Schau Dir mein Video dazu an:



Wichtig zu wissen:

  • der Marker beendet „immer“ eine Übung (bei Sitz zum Beispiel darf der Hund nach dem Click durchaus aufstehen – der Mensch sollte im Idealfall aber belohnen, solang der Hund noch sitzt!)
  • beim Markern werden Glückshormone freigesetzt, das Training macht den Hunden Spaß und hilft ihnen durchaus somit auch in unangenehmen oder ängstlichen Situationen
  • der Marker ist kein Leckerchenersatz
  • nach jedem Marker muss „immer“ eine Belohnung folgen, sonst verliert der Marker seine Wertigkeit
  • hast Du falsch gemarkert, bekommt Dein Hund trotzdem seine Belohnung
  • Markern ist keine Leckerchenfütterei! Alles, was Dein Hund mag, kann eine Belohnung sein!


Zufälliges erwünschtes Verhalten einfangen…

Vor jedem unerwünschten Verhalten zeigt Dein Hund „erwünschtes“ Verhalten! Leichter geht es nicht…

Alles, was Dir gefällt und was Du an Deinem Hund gern öfter sehen möchtest, fängst Du einfach mit dem Marker ein. Ohne Signale vorher, ohne etwas Bestimmtes zu wollen oder zu erwarten. Einfach so aus dem Nichts heraus… Egal ob zu Hause, auf dem Spaziergang oder vielleicht in der Hundeschule.

Da kann das Angebot Deines Hundes riesig sein:

  • freiwilliger Blickkontakt
  • lockere Leine laufen
  • sich in schwierigen Situationen beherrschen können
  • ruhig bleiben bei Hundebegegnungen
  • nicht gleich aus dem Auto rausspringen
  • etwas fressbares auf dem Boden nur angucken…

Du musst Dich ein klein wenig darin schulen. Aber das ist es, was gutes Hundetraining ausmacht: gutes Verhalten erkennen und verstärken!

Denn:  vor jedem unerwünschten Verhalten zeigt Dein Hund ein Verhalten, dass noch okay und somit auch durchaus wünschenswert ist. Manchmal ganz kurz, aber es ist da – mit Sicherheit!

Dein Hund lernt viel leichter, schneller und effektiver, wenn Du erwünschtes Verhalten verstärkst, also dieses einfängst/markerst bevor überhaupt unerwünschtes Verhalten entstehen kann. Reagiere nicht erst, wenn Dein Hund bellt, in der Leine hängt, den Hasen jagt, wen anspringt… Reagiere vorher! Denn „nur so“ lernt Dein Hund, welches Verhalten er denn in diesen speziellen Situationen zeigen soll bzw. von Dir gewünscht ist.

In meinem kleinen Videoclip kannst Du Dir ein paar Beispiele anschauen, was genau ich meine:



Wissenswertes in Kurzform!

  • Timing- & Distanzvorteil:
    Im falschen oder ungünstigen Moment nach dem Leckerchen gegriffen? Oder das Herausholen hat zu lang gedauert? Schon hat man durchaus etwas falsch oder einfach ungewollt belohnt und somit verstärkt. Mit dem Marker passiert das nicht – der Hund weiß ganz genau, für welches Verhalten die Belohnung kommt und man kann auch auf Entfernung super sagen „Hey, das war richtig!“
  • Kein Locken/keine Bestechung: 
    Beim Markern wird der Hund in der Regel nicht mit Leckerchen oder Spielzeug gelockt! Wenn, dann eventuell nur ganz wenige male zu Beginn einer neuen Übung, damit der Hund schneller verstehen kann, um was es geht. Lockmittel gehören im Training generell ganz schnell wieder abgebaut. Ansonsten gewöhnt sich der Hund zu sehr daran und man lockt Jahre später noch mit dem Keks in der Hand. Das ist nicht der Sinn vom Markertraining. Wenn wir gutes Verhalten mit dem Marker einfangen, holen wir erst nach dem Marker die Belohnung heraus bzw. kündigen diese dann an!
  • Der Hund versteht viel schneller, was erwünscht ist: 
    Es hat IMMER einen Vorteil erwünschtes Verhalten einzufangen, dem Hund so mitzuteilen was man überhaupt genau von ihm möchte. Woher soll er es sonst wissen? Vor JEDEM unerwünschten Verhalten gibt es etwas, was für den Menschen noch in Ordnung ist. IMMER! Es liegt also an uns Menschen, dieses Verhalten für den Hund einzufangen, möglichst motivationsgerecht zu belohnen und somit zu verstärken, damit der Hund es gern häufiger zeigt.
  • Der Marker sorgt für Glückshormone beim Hund: 
    Das Training macht Spaß, hilft bei Angst, Aggression und Unsicherheit… Da der Marker eine zuverlässige Belohnungsankündigung ist, wird dabei Dopamin im Hundekörper ausgeschüttet. Dopamin ist ein Glückshormon, als Botenstoff spielt das Dopamin im Belohnungszentrum im Gehirn eine ganz wichtige Rolle. Eine besondere Bedeutung hat Dopamin für die Steuerung willkürlicher Bewegungen und für die Motivation.
  • Der Marker ist KEIN Signal, um den Hund heran zurufen oder auf sich aufmerksam zu machen! Der Marker wird ausschließlich benutzt, wenn Dein Hund erwünschtes Verhalten zeigt!
  • Markertraining ist keine Leckerchenfresserei: 
    Wirklich alles, was der eigene Hund toll findet, kann als Belohnung nach dem Marker eingesetzt werden. Das müssen nicht immer Leckerchen sein. Vielleicht mag Dein Hund einen Ball, eine Frisbee, schnüffeln gehen, Mauselöcher buddeln, Streicheleinheiten… Da muss jeder Hundebesitzer gucken, was sein eigener Hund gern mag, da gibt es keine festen Richtlinien. Jeder Hund ist anders…


Häufige Fehler beim Markern…

Dafür haben sich Sabine und Greta nochmal in bewegten Bildern zur Verfügung gestellt:

Keine Sorge, Sabine ist ansonsten perfekt im richtigen Markern! 


Welche Nebenwirkungen hat Markertraining?

  • Du legst Dein Hauptaugenmerk auf erwünschtes nicht mehr auf unerwünschtes Verhalten
  • Du lernst Deinen Hund und seine Bedürfnisse besser kennen
  • Es stärkt die Mensch-Hund-Beziehung
  • Du wirst verlässlich und vorhersehbar für Deinen Hund
  • Dein Hund fühlt sich in Deiner Nähe wohl
  • Es kann Deinen ganzen Umgang mit Deinem Hund positiv verändern…

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